ich darüber geschrieben, was Burnout ist, unter welchen Bedingungen Burnout auftreten kann und welche Anzeichen im Verlauf typisch sind. In diesem vierten und letzten Beitrag lesen Sie mein Resümé
möglicher Ursachen und erfahren, wie Sie sich vor Burnout schützen können. Ich biete Ihnen am Ende meines Artikels einen Fragenkatalog an, den Sie nutzen können, um Ihre persönliches Gefährdungspotential zu
überprüfen.
Die folgenden Symptome signalisieren Burnout in dramatischer Weise:
Resignation und völlige Desillusionierung
- Berufliche und persönliche Isolation
- Ärztliche Maßnahmen (z. B. Klinikeinweisungen, Krankschreibungen)
- Sichtbarer körperlicher Verfall
- Suchtverhalten
Die Betroffenen sind in diesem Stadium nicht mehr in der Lage, ihren Beruf auszuüben. Es ist umstritten, wie erfolgreich Therapien wirken können, die in diesem Stadium begonnen werden. Es ist
nicht geklärt, ob die Betroffenen überhaupt wieder in ihrem ausgeübten Beruf tätig werden können.
Mein Resümé möglicher Ursachen mit schlimmen Folgen
Burnout entsteht, wenn
berufliche und private Bedürfnisse immer wieder „frustriert werden“. Meistens suchen wir unserem beruflichen und privaten Umfeld nach Anerkennung, Einfluss und Liebe. Wir erwarten für unseren hohen Einsatz
und unser enormes zeitliches Engagement die angemessene Belohnung in Form von Wertschätzung, Karriereperspektiven, Einkommensverbesserungen, Entscheidungsspielraum usw. Auch im Privatleben erwarten wir, dass
unsere Bedürfnisse nach Geborgenheit, Anerkennung und Liebe erfüllt werden. Häufig werden unsere Bedürfnisse auf beiden Ebenen nicht erfüllt.
Wir reagieren darauf mit noch mehr Engagement. Wir erhöhen im
Beruf unsere Anstrengungen. Im Privaten tun wir alles, um ebenfalls Anerkennung zu bekommen. Meistens geben wir dort zuerst auf und sind zunehmend bereit, unsere Privatzeit den beruflichen Anforderungen zu
opfern. Vielleicht nehmen wir an, unser Privatleben biete dann mehr Erfüllung, wenn wir die Anerkennung im Beruf erhalten.
Wir nehmen die Grenzen unserer persönlichen Leistungsfähigkeit häufig erst zu spät
wahr. Ist die physische und psychische Erschöpfung bereits eingetreten, ist der Weg zur Regeneration steinig, und die Tür zu emotionaler Entlastung durch enge Bezugspersonen verschlossen.
Was ist
passiert? Wir haben die Verantwortung für unser Wohlergehen in die Hände anderer Personen gelegt und sind immer wieder enttäuscht worden, denn unsere Erwartungen blieben unerfüllt.
Im Coaching formulierte
ich dieses Phänomen folgendermaßen: „Sie werden niemals satt, egal wie gut Sie essen und wieviel vom guten Essen Sie zu sich nehmen“. Der Vorstand nickte und sagte: „Ja, genauso ist es!“ Anerkennung und
Einfluss spornen die Burnout-Kandidaten immer wieder zu neuen Höchstleistungen an, das Erreichte ist jedoch niemals gut genug.
Ein Ausweg
Übernehmen wir selbst wieder mehr die
Verantwortung dafür, dass wir Spaß und Erfüllung im Beruf erleben. Dazu gehört, dass wir unsere beruflichen und privaten Ziele wieder mehr reflektieren und aufeinander abstimmen. Dazu gehört auch, den
„Preis“ beruflicher Ambitionen zu benennen und die privaten Konsequenzen mit den nahen Bezugspersonen abzustimmen. Wir nehmen dann zunehmend mehr unser Privatleben als Quelle für neue Kraft und Energie wahr.
Zu diesem Zweck werden private Termine auch im Geschäftskalender eingetragen und genauso wichtig genommen wie Termine mit wichtigen Kunden.
Wir sorgen damit wieder mehr für unser Wohlbefinden und geben uns
die Wertschätzung, die wir benötigen. Wir werden auf diesem Wege etwas unabhängiger von der Anerkennung aus unserem Umfeld. Das neue Selbstbewusstsein macht uns freier und schärft unseren „Blick für
Bedürfnisfallen“ im beruflichen Kontext. Diese „Fallen“ werden gerne von Vorgesetzten und Kollegen aufgestellt, um unser Bedürfnis nach Anerkennung für ihre Belange zu nutzen. Es ist ein gutes Gefühl, das zu
erkennen. Eine Klientin beschrieb das wie folgt: „Ich hatte jahrelang nicht erkannt, dass mein Chef mir die Möhren immer so vor die Nase hielt, dass ich sie nicht erreichen konnte, egal wie sehr ich mich
auch anstrengte“.