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In meinem ersten Beitrag
haben Sie gelesen, was Burnout ist, wann Burnout auftreten kann, was typische Burnout-Indikatoren sind und womit zu rechnen ist, wenn Burnout nicht ernst genommen wird. Die zweite Phase im Burnout und möglicher Schutz vor Burnout sind die Inhalte meines nachstehenden Beitrages. Burnout-Stadien
Kennzeichnend für die zweite Phase sind:
- eigene Leistungsansprüche und erlebte Erfolge stimmen immer weniger überein
- kein berufliches Fortkommen mehr
- zunehmende Arbeitsunlust
- das Privatleben leidet
- chronische Müdigkeit
- erste Warnungen durch Vorgesetzte
Auf der Verhaltensebene zeigt sich in der zweiten Phase:
- reduzierte Regenerationsfähigkeit - selbst nach einem Urlaub wird die Arbeit als belastend empfunden
- häufigere Abwesenheit mit unglaubwürdigen oder unklaren Entschuldigungen
- zunehmende Distanz von den eigenen Aufgaben, Mitarbeitern und Kollegen
- zynische Bemerkungen nehmen zu
- nicht nachvollziehbares Beleidigtsein
- die Arbeit wird immer häufiger als anstrengend und schlechter bezahlt als andere Tätigkeiten erlebt, und deshalb wird nach „Kompensation“ gesucht, z. B. bezahlte Abwesenheit vom Arbeitsplatz oder
falsche Überstundenabrechnung
- Belastungen am Arbeitsplatz und berufsbedingte Aggressionen finden kein gesundes Ventil mehr – sie richten sich entweder gegen die eigene Person z. B. durch zunehmende Selbstentwertung und bedrückte
Stimmung oder gegen Kollegen und Mitarbeiter. Die Teamleistung wird stark reduziert, z. B. durch Mobbing.
Die Arbeitseffizienz nimmt in der zweiten Phase weiter ab!
- Fachliche Statements werden zunehmend unvollständig abgegeben
- Generelle Minderleistungen werden von periodischer Überaktivität unterbrochen
- die Konzentration sinkt, die Aufmerksamkeit schwankt
- Es gibt keinen Versuch, die eigenen Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die eigene Opferrolle wird eingeführt und kultiviert.
Die dritte Phase stelle ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag vor! Wie können Sie sich vor Burnout schützen? Manager, die Krisen, Konflikte und Ängste bewältigen, statt sie weiter zu
tabuisieren, gehen gestärkt aus ihnen hervor.
Eine gute Führungskraft führt immer zuerst sich selbst! Setzen Sie sich mit Ihrer Situation ehrlich auseinander und beginnen Sie, für Ihr persönliches Wohlergehen selbst Verantwortung zu übernehmen (denn
keiner kann es besser als Sie selbst – und keiner außer Ihnen ist für Ihr Wohl verantwortlich!). Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihrer persönlichen Situation. Damit vermeiden Sie, dass Sie
weiterhin unbewusst persönliche Krisen, Konflikte und Ängste in Ihren Berufsalltag übertragen und sich selbst unprofessionell präsentieren. Eine Bestandsaufnahme sollte nachstehende Themen beinhalten:
Ihr körperliches Befinden
- Wie gesund sind Sie?
- Wie gut sind Sie in Form?
- Wie schnell können Sie abschalten und sich entspannen?
Ihre materielle Absicherung
- Haben Sie eine Arbeit, die Ihren Lebensunterhalt absichert?
- Welcher Lebensstil ist für Sie wichtig und warum?
- Auf was können Sie ggf. verzichten, auf was nicht?
Ihre berufliche Situation
- Was wollen Sie erreichen und warum?
- Welche Alternativen haben Sie, falls Sie Ihre Ziele nicht erreichen?
- Welche Konsequenzen sind mit dieser Alternative verbunden, und was bedeutet das für Sie persönlich?
Ihre Energiequellen
- Was macht Ihr Leben spannend, und woraus schöpfen Sie Ihre Kraft?
- Was treibt Sie an, etwas zu tun, und was veranlasst Sie, etwas anderes zu lassen?
- Was gibt Ihnen Halt in Situationen, in denen es Ihnen nicht gut geht?
Schreiben Sie Ihre Gedanken und Gefühle zu diesen Fragen auf. Sie werden feststellen, dass Sie diesen Fragenkatalog mit Ihren individuellen Gesichtspunkten ganz von selbst erweitern. Nehmen
Sie sich für Ihre Bestandsaufnahme eine Auszeit. Stellen Sie sicher, dass Sie nicht gestört werden (und niemand fragt, was Sie tun!). Lassen Sie sich mehrere Tage Zeit, bevor Sie Ihre Notizen wieder lesen
und überarbeiten. Wenn Sie den Wunsch haben, von einer Person Ihres Vertrauens unterstützt zu werden, um die Konsequenzen und die weiteren Schritte zu besprechen oder um ausgewählte Gesichtspunke zu
reflektieren, suchen Sie in Ihrem Freundeskreis mit großer Umsicht die für Sie richtige Person dazu aus, und sprechen Sie sie hierzu gezielt an. Wenn Sie feststellen, dass Ihnen eine neutrale Person
angenehmer wäre, z. B. um persönliche Loyalitätskonflikte zu vermeiden, suchen Sie sich einen Coach, der Sie professionell und neutral begleiten kann.
Weitere Empfehlungen lesen Sie in meinem nächsten Beitrag!
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