Burnout heißt
wörtlich Ausbrennen. Bildlich gesprochen ist damit ein extrem hoher Verschleiß gemeint, der durch übermäßige Beanspruchung entsteht. Die Betroffenen klagen über innere Erschöpfungszustände. Ein erstes Signal
ist Überengagement. Das Bedürfnis nach Erholungsphasen wird verleugnet. Davon sind immer häufiger aufstrebende Manager betroffen, die „als Einzelkämpfer“ in mittleren Führungspositionen über Jahre hinweg
zielstrebig an ihrer Karriere gearbeitet haben und feststellen müssen, dass sie nichts mehr bewegen können. 2. Wann tritt Burnout in Erscheinung?
Häufig ist das Ende der Karriereleiter
erreicht, ohne dass der Aufstieg in die ersehnte Position geglückt ist. Für manche besteht darüber hinaus ein Handicap im erreichten Lebensalter, wenn damit ein Wechsel in ein anderes Unternehmen nahezu
ausgeschlossen ist. Warten noch viele Jahre bis zum Ausscheiden aus dem Berufsleben auf eine sinnvolle Gestaltung, wird die Existenzangst immer größer.
3. Wenn Angst die Oberhand gewinnt...
Ist der Sinn in der beruflichen Tätigkeit nicht mehr erkennbar, verlieren Manager ihre Motivation und ihre Identifikation mit den Zielen des Unternehmens. Im weiteren Verlauf bleiben wahrnehmbare
Erfolge aus und die Arbeitsmotivation sinkt zunehmend.
Im Geschäftsleben nichts mehr bewirken und durchsetzen zu können, schürt Angst über die weiter abnehmende berufliche und gesellschaftliche
Anerkennung, denn häufig ist die eigene Wertschätzung schon lange mit der beruflichen Karriere verschmolzen.
Weil eine Abkoppelung der beruflichen Identität vom Selbstbild und der eigenen Wertschätzung in
Phasen beruflicher Umbrüche selten ohne professionelle Begleitung (z. B. im Coaching) gelingt, wird zum Selbstschutz alles abgewehrt, was Ängste erzeugen kann. Der Betroffene vermeidet strikt, sich mit den
Tatsachen seiner Situation zu befassen. Dadurch wird diese unweigerlich immer aussichtsloser.
4. Burnout – Indikatoren
- reduzierte Stressresistenz
- übermäßige körperliche Abbauerscheinungen
- stark verminderte Leistungsfähigkeit
- Gefühl von Machtlosigkeit
- Frustration und damit verbundener innerer Rückzug aus dem gesellschaftlichen Leben
- Suchtverhalten (Alkohol, Drogen, übermäßige Aufnahme von Süßigkeiten)
- Unzufriedenheit mit der Arbeit (Sinnverlust)
- Desinteresse am Wohlergehen der Firma
- negative Einschätzung der Lebensqualität
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bluthochdruck
- Diabetes
5. Burnout-Stadien
Das Burnout-Syndrom kann durch vier aufeinander aufbauende Phasen beschrieben werden. An dieser Stelle lesen Sie über Burnout in einer frühen Phase. In
den zukünftig hier erscheinenden Beiträgen zum Thema Burnout werden die weiteren Phasen besprochen.
Kennzeichnend für die ersten Ansätze sind:
- Selbstüberschätzung
- hoher Energieeinsatz
- Überidentifikation mit der Arbeit
Auf der Verhaltensebene ist zu beobachten:
- empfindliche Reaktion auf tatsächliche oder vermeintliche Kritik
- Klagen über Unwohlsein
- zunehmende Neigung zum Lügen
Die Arbeitseffizienz sinkt:
- Termine werden vergessen
- Fehler häufen sich durch Unaufmerksamkeit
- Fehler entstehen durch falsche Beurteilung
6. Wie können Sie sich vor Burnout schützen?
Manager, die ihre eigenen Gefühle kennen und mit ihnen umgehen können, statt sie zu verdrängen, sind besser vor Burnout
geschützt und geschäftlich erfolgreicher, denn sie:
- erkennen auch die Gefühle ihrer Gesprächspartner und können damit kompetent umgehen und zielorientiert handeln
- erfassen die ungeschriebenen Regeln in Organisationen und können sich durchsetzen
- sind zufriedener, weil sie wissen, wie sie mit sich umgehen müssen, um ihre Produktivität sinnvoll zu unterstützen.
Lesen Sie hierzu mehr in meinem nächsten Beitrag!
7. Konsequenzen für „Verdränger“
Ignorieren Manager ihre Burnout-Symptome, riskieren sie weit mehr als ihren
Arbeitsplatz! Sie verlieren auch ihre Attraktivität für andere Arbeitgeber, ebenso für Auftraggeber im Rahmen einer selbständigen Tätigkeit. Zusätzlich wird das Privatleben einer Zerreißprobe ausgeliefert.
Die daraus resultierenden Belastungen führen zum Auseinanderbrechen selbst vermeintlich stabiler Partnerschaften. Betroffene berichten auch, dass ihre Lust auf Sex deutlich abnimmt. Wohlwollende
Freundschaften zerbrechen, weil sich die betroffene Person immer mehr aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zurückzieht. Sogar enge Freunde haben keine Möglichkeit mehr, an den Manager heranzukommen und einen
Neuanfang mit Gesprächen und Kontakten zu unterstützen. Das berufliche und gesellschaftliche „Aus“ rückt damit unaufhaltsam näher.